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Schwangere Frau haelt liebevoll ihren Babybauch

Neben den gesetzlich vorgeschriebenen Vorsorgeuntersuchungen bieten wir Ihnen in unserer Praxis zusätzliche individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) rund um Ihre Schwangerschaft an. Im Folgenden erklären wir Ihnen, welche zusätzlichen Untersuchungen es gibt, wofür sie sinnvoll sind und was sie leisten können.

I. Zusätzliche Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft

Wunsch-Ultraschall und 3D-/4D-Ultraschall

Der 3D-/4D-Ultraschall ist besonders in der 11. bis 14. sowie der 26. bis 31. Schwangerschaftswoche zu empfehlen. Die „vierte Ebene” ist dabei die Bewegung des Kindes in 3D – also die Zeit. Die Bilder erhalten Sie direkt digital auf Ihr Handy gesendet, auf Wunsch auch als Ausdruck auf Papier.

Doppler-Sonographie

Bei der Doppler-Sonographie wird die Durchblutung der Gebärmutter und der Gefäße des Kindes gemessen. So lassen sich die Funktion der Plazenta und eine mögliche Minderversorgung des Kindes beurteilen. Sie ist Teil eines Präeklampsie-Screenings, mit dem das Risiko für eine Gestose (Schwangerschaftsvergiftung) abgeschätzt wird.

Ein vollständiger Ausschluss von genetisch oder nicht-genetisch bedingten Fehlbildungen oder Entwicklungsstörungen des Kindes ist per Ultraschall nicht möglich – auch nicht, wenn mehrere Ultraschalluntersuchungen durchgeführt werden.

II. Untersuchungen in der Frühschwangerschaft

1. Nackentransparenzmessung (NT) / Ersttrimester-Screening (ETS)

Das Ersttrimester-Screening wird zwischen der 11.+1 und 13.+6 Schwangerschaftswoche durchgeführt. Es handelt sich dabei um eine Wahrscheinlichkeitsaussage zum Risiko von Chromosomenstörungen.

Zur Berechnung wird zunächst per Ultraschall die sogenannte Nackentransparenz gemessen – eine Flüssigkeitsansammlung im Nacken des Kindes, die bei jedem Feten in unterschiedlicher Ausprägung vorhanden ist. Kinder mit einer Chromosomenstörung (z. B. Down-Syndrom) oder bestimmten Fehlbildungen (z. B. Herzfehler) haben statistisch deutlich häufiger eine verbreiterte Nackentransparenz. Je ausgeprägter die Flüssigkeitsansammlung, desto höher das Risiko für Chromosomenstörungen und Fehlbildungen.

Im Laufe der Jahre wurden weitere Risikofaktoren identifiziert, die bei Chromosomenstörungen gehäuft auftreten und so zu einem höheren errechneten Risiko führen – etwa das Fehlen des Nasenbeins, ein auffälliger Blutfluss über dem Ductus venosus oder an der Trikuspidalklappe. Diese sogenannten Softmarker kommen bei Kindern mit Chromosomenstörungen und/oder Fehlbildungen zwar häufiger vor, treten aber auch bei völlig gesunden Kindern auf. Sie sind daher kein Beweis für eine Störung, sondern fließen als ein Faktor unter mehreren in die Risikoberechnung ein.

Früher wurde zur Verbesserung der Aussagekraft zusätzlich eine Hormonanalyse aus dem mütterlichen Blut durchgeführt. Da der NIPT (nicht-invasiver molekulargenetischer Pränataltest) in seiner Genauigkeit deutlich überlegen ist, wird heute in der Regel dieser vorgezogen.

Die Nackentransparenzmessung bzw. das Ersttrimester-Screening ist damit gewissermaßen der frühe Fehlbildungs-Ultraschall.

2. NIPT (nicht-invasiver molekulargenetischer Pränataltest) – bei uns der FETALIS-Test

Während der Schwangerschaft gelangen laufend geringe Mengen der Erbsubstanz (DNA) des Kindes aus dem Mutterkuchen in das mütterliche Blut. Diese Bruchstücke werden in einem aufwändigen Verfahren vervielfältigt, den einzelnen Chromosomen zugeordnet und ausgezählt.

Findet sich ein erwartungsgemäßer Anteil an Bruchstücken eines bestimmten Chromosoms, ist die Wahrscheinlichkeit für die betreffende Chromosomenstörung gering. Ein über eine bestimmte Grenze hinaus erhöhter Anteil weist dagegen auf ein zusätzliches, drittes Chromosom (Trisomie) hin.

Die Erkennungsrate für die Trisomie 21 (Down-Syndrom) liegt derzeit bei etwa 99 % und damit höher als beim klassischen Ersttrimester-Screening (ETS, 90–95 % Erkennungsrate). Für die Trisomie 18 liegt sie bei etwa 97 %, für die Trisomie 13 bei etwa 90 %. Diese beiden Trisomien werden im Rahmen des klassischen ETS also besser erkannt (etwa 95 %). Die Rate falsch auffälliger Befunde liegt bei etwa 0,1 %.

Ob dieser Test sinnvoll ist, sollte individuell abgewogen werden: Das Risiko ist erhöht bei Schwangeren über 34/35 Jahren, bei Frauen, die bereits ein Kind mit einer Chromosomenstörung geboren haben, oder wenn eine solche Störung in der Familie vorliegt. Bei sehr jungen Frauen unter 24 Jahren kann es der Vollständigkeit halber in seltenen Fällen zu einem falsch-positiven Ergebnis kommen.

Die Laborkosten von etwa 300 Euro übernimmt die Krankenversicherung nicht – ebenso wenig die dazugehörige Beratung und die orientierende Ultraschalluntersuchung.

3. AFP-Bluttest („offener Rücken”)

AFP ist ein Eiweißstoff, der vom Kind gebildet wird, und der sensitivste Marker für eine Spina bifida in der 15. bis 19. Schwangerschaftswoche. Ein genaues Schwangerschaftsalter ist hier wichtig, da sich die Höhe des AFP-Werts im Verlauf der Schwangerschaft ändert. Zu hohe Werte finden sich bei bestimmten Verschlussstörungen der Bauchdecke oder des Rückens (Spina bifida). In diesem Fall erfolgt eine Überweisung zur speziellen Ultraschallfeindiagnostik in ein Zentrum.

4. Präeklampsie-Screening

Die Präeklampsie – auch Schwangerschaftsvergiftung oder Gestose genannt – tritt in 2 bis 8 % aller Schwangerschaften auf. Sie zählt zu den häufigsten Ursachen für mütterliche und kindliche Erkrankungen und kann unbehandelt auch tödlich verlaufen. Weltweit verliert alle sieben Sekunden eine Schwangere ihr Leben durch Komplikationen, die durch eine Präeklampsie verursacht werden.

Im Rahmen des Ersttrimester-Screenings besteht zwischen der 11. und 14. Schwangerschaftswoche die Möglichkeit, freiwillig ein Präeklampsie-Screening durchführen zu lassen. Dazu werden zusätzlich folgende Untersuchungen vorgenommen:

  • Blutflussmessung in den beiden Gebärmutterarterien (Doppler der Aa. uterinae)
  • Erhebung von Risikofaktoren aus der Eigen- und Familienvorgeschichte
  • Messung des mütterlichen Blutdrucks
  • Bestimmung eines Wertes aus dem mütterlichen Blut (PlGF)

Nach Auswertung dieser Werte durch eine zertifizierte Software lässt sich das Risiko für das Auftreten einer Präeklampsie ermitteln – aktuell werden so etwa 80–90 % der Schwangeren erkannt, die eine frühe (häufig schwerer verlaufende) Präeklampsie entwickeln, sowie etwa 35 % der Frauen, die eine späte Präeklampsie nach der 34. Schwangerschaftswoche bekommen.

Wird ein hohes Risiko frühzeitig erkannt, lässt sich die Wahrscheinlichkeit für den Ausbruch der Erkrankung mit geeigneten Maßnahmen um bis zu 90 % senken. Bei Patientinnen mit erhöhtem Risiko kann hier vorbeugend eine tägliche Gabe von niedrig dosiertem ASS helfen.

Diese Screening-Verfahren sind grundsätzlich immer eine Risikoabschätzung: Ein unauffälliger Test schließt eine Chromosomenstörung nicht vollständig aus. Ein sicherer Ausschluss – etwa einer Chromosomenstörung – ist nur mittels invasiver Diagnostik (Chorionzottenbiopsie, Amniozentese) möglich. Auch ein vollständiger Ausschluss genetisch oder nicht-genetisch bedingter Fehlbildungen oder Entwicklungsstörungen des Kindes ist per Ultraschall nicht möglich.

III. Abklärung der Immunitätslage / Infektionstests in der Schwangerschaft

Test auf Toxoplasmose

Die Infektionskrankheit Toxoplasmose kann während der Schwangerschaft von der Mutter auf das Kind übertragen werden und beim ungeborenen Kind zu schweren Missbildungen mit Gehirnschäden und Erblindung führen. Eine Blutentnahme zeigt, ob eine akute Infektion vorliegt oder bereits ein Schutz vor der Erkrankung besteht.

Schwangere, die Kontakt zu Katzen haben, regelmäßig im Garten arbeiten oder mit rohem Fleisch bzw. Hartkäse zu tun haben, sollten diesen Test zu ihrer eigenen Sicherheit durchführen lassen, da dies die häufigsten Infektionsquellen sind.

Test auf B-Streptokokken

Streptokokken sind Bakterien, die sich bei jedem Menschen auf der Haut und im Darm finden und sich auch in der Scheide ansiedeln können. Ist das Scheidenmilieu gesund, breiten sie sich in der Regel nicht weiter aus. Sie zählen jedoch zu den Haupterregern für das Kindbettfieber (Puerperalsepsis) und können das Neugeborene bei der Geburt infizieren und bedrohliche Infektionen auslösen. In bestimmten Fällen wird deshalb eine Behandlung mit Antibiotika nötig. Der Test erfolgt als Abstrich aus der Scheide bzw. vom Gebärmutterhals.

Test auf Windpocken

Windpocken sind während der Schwangerschaft für Ihr Kind gefährlich. Als klassische Kinderkrankheit hinterlassen sie in der Regel eine lebenslange Immunität – leider aber nicht bei allen Frauen. Es besteht daher ein geringes Risiko einer Infektion auch während der Schwangerschaft. Die Überprüfung der Immunitätslage ist deshalb wichtig, um bei Bedarf vorbeugend tätig zu werden.

Test auf Ringelröteln (Parvovirus B19)

Ringelröteln sind eine häufige Kinderkrankheit, gegen die man nicht impfen kann. Treten sie während der Schwangerschaft auf, können sie beim Kind zu einer Blutarmut (Anämie) führen. Diese Untersuchung ist besonders wichtig für Frauen, die Kontakt zu Kindern haben.

Test auf Zytomegalie

Das Zytomegalie-Virus (CMV) ist für gesunde Erwachsene in der Regel harmlos, in der Schwangerschaft jedoch potenziell gefährlich. Kommt es bei einer Schwangeren zu einer Erstinfektion, besteht das Risiko schwerer Erkrankungen beim Neugeborenen, etwa Schädigungen von Gehirn, Lunge, Leber oder Augen. Ob ausreichend Abwehrkörper vorhanden sind, klärt ein Labortest.

Gerne beraten wir Sie in unserer Praxis persönlich, welche dieser zusätzlichen Untersuchungen für Ihre Schwangerschaft sinnvoll sein können.

Häufige Fragen

Was bedeutet IGeL?

IGeL steht für „Individuelle Gesundheitsleistung“. Es handelt sich um ärztliche Leistungen, die nicht zwingend im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen enthalten, jedoch medizinisch sinnvoll sind und von Patientinnen und Patienten aus privaten oder beruflichen Gründen gewünscht oder benötigt werden. Sie werden nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abgerechnet und privat bezahlt.

Die gesetzlichen Krankenkassen sind verpflichtet, zum Wohl der Allgemeinheit nur die Leistungen zu übernehmen, die sich auf das Notwendigste beschränken.

Viele Menschen möchten aufgrund ihres Gesundheitsbewusstseins oder aus einfachem Interesse mehr als nur das „Notwendige“ für sich und ihre Gesundheit tun. Das möchten wir unterstützen und bieten Ihnen in unserer Praxis zahlreiche Möglichkeiten für Kontrollen, Vorsorgen oder spezielle Check-Ups.

Einige private Krankenkassen übernehmen diese Art von Leistungen ganz oder zum Teil. Sprechen Sie uns in der Praxis an – wir beraten Sie nach Ihren Wünschen unter Berücksichtigung des medizinisch Sinnvollen.

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